Wie Google mit Werbung und auf YouTube absahnt (+ Gewinn dank Gangnam Style)

      Wie Google mit Werbung und auf YouTube absahnt (+ Gewinn dank Gangnam Style)

      Bei Google wird heute erleichtert aufgeatmet. Das
      letzte Jahresviertel mit den umsatzstarken Weihnachtstagen sorgte noch
      einmal für einen Schub, nachdem das Geschäft im Sommer die Anleger
      enttäuscht hatte. Mit zielgruppenorientierter Werbung gelang die
      Kehrtwende.


      „Apple kann Hardware, und Google kann Werbung“, sagt der
      IT-Analyst Patrick Moorhead. Und genau darin liegt der Kern des
      aktuellen Erfolgs bei Google. Der Suchmaschinen-Konzern versteht es
      besser als andere, gesammelte Daten für sich zu nutzen und die Kunden
      gezielt mit Werbung anzusprechen. Die florierende Online-Werbung ließ
      den Gewinn des Konzerns im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf 10,7
      Milliarden Dollar (8,0 Milliarden Euro) steigen. Der Umsatz überstieg
      auch dank des Zukaufs des Smartphone-Herstellers Motorola die markante
      Marke von 50 Milliarden Dollar. Das war trotz kurzfristiger Flaute im
      Sommer ein intelligenter Schritt des Konzerns.
      Daten sind Macht
      Doch das Kerngeschäft bleibt die Werbung. Dass Daten Macht sind, haben die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin
      schon lange verstanden. Hungrig sammelt der Konzern User-Daten,
      IP-Adressen, Suchanfragen und Suchverläufe. Die Informationen werden auf
      den gigantischen Servern
      gespeichert, die überall auf der Welt stehen. Auch die geteilten Links
      auf dem Netzwerk Google + fließen in den gigantischen Algorithmus mit
      hinein, der berechnet, was der Person vor dem Rechner besonders gut
      gefällt. So wird die personalisierte Werbung immer genauer. Wer viel im
      Netz nach Reiseempfehlungen sucht, dem wird Hotelwerbung oder das neuste
      Suchportal für Billig-Flüge in den Süden angezeigt.
      Auch
      grafische Werbeanzeigen, die auf allen möglichen Seiten im Internet
      auftauchen, setzen sich immer mehr durch. Zum Beispiel: Wird auf einem
      Nachrichtenportal über den neuesten Bestseller berichtet, spielt Google
      dort gezielt die passende Werbung wie die von Buchhandlungen oder
      anderen Verlagen aus.
      Inzwischen haben auch die
      Unternehmen das Potential erkannt, die Zielgruppen im Netz gezielt
      anzusprechen. „Wir profitieren von dem Trend, dass Werbung immer stärker
      online geschaltet wird“, sagte Google-Manager Nikesh Arora. Die Werbung
      ist die Haupteinnahmequelle des Konzerns. Allen voran die rosafarbenen,
      hervorgehobenen Links, die in der Suchmaschine über den eigentlichen
      Ergebnissen angezeigt werden. Weitere Werbung findet sich in der rechten
      Spalte. Das Geschäft in Deutschland sei besonders gut gelaufen, sagte
      Arora. Schwächer habe es in Südeuropa ausgesehen, was aufgrund der
      wirtschaftlichen Lage im Zuge der Finanzkrise kaum verwundert.

      Das Geschäft mit gezielter Werbung wollen sich
      auch andere nicht entgehen lassen. Die Konkurrenz im
      Suchmaschinengeschäft wächst. Yahoo und Microsoft arbeiten seit geraumer
      Zeit zusammen, die Suchmaschine Bing (hinter der ebenfalls Microsoft
      steht) hat in den USA inzwischen einen Marktanteil von etwa 30 Prozent
      und sogar Facebook rüstet nach. Mark Zuckerberg hat erst vor wenigen
      Tagen die neue Suchfunktion „Graphic Search“
      als drittes Standbein neben der „Timeline“ und dem „Newsfeed“
      vorgestellt. Die Facebook-Suche ermöglicht es, die Informationen der
      mehr als eine Milliarde Nutzer im weltweit größten Sozialen Netzwerk zu
      durchforsten.
      Doch Google den Rang im
      Werbesegment abzulaufen, wird so schnell sicher nicht möglich sein. Denn
      ein Tochterunternehmen spielt dem Mutterkonzern Google besonders in die
      Karten: Die Video-Plattform „YouTube“. Bereits 2006 kaufte der
      Suchmaschinen-Konzern das Portal, das die PayPal-Mitarbeiter Chad
      Hurles, Steve Chan und Jawed Karim eineinhalb Jahre zuvor ins Leben
      gerufen hatten. Umgerechnet 1,31 Milliarden Euro in Aktien gingen damals
      über den Tisch.
      Goldgrube Werbeplätze
      Auch
      die auf YouTube verkauften Werbeplätze zählen am Ende des Tages für
      Google. Als besonders profitabel hat sich im vergangenen Jahr ein Song
      gezeigt, der zum viralsten Video des Jahres wurde. Der „Gangnam Style“
      des südkoreanischen Rapper Psy ist das erste YouTube-Video, das mehr
      als eine Milliarde Mal gesehen wurde. Aktuell steht der Zähler bei gut
      1,2 Milliarden Aufrufen.

      Durch die Werbeplätze rund um das Video wurde
      der Clip zur Goldgrube. Er hat mehr als acht Millionen Dollar (sechs
      Millionen Euro) an Werbeeinnahmen eingespielt, verriet Google-Manager
      Nikesh Arora. Einen Teil der Einnahmen gibt Google an den Interpreten
      weiter, einen Teil behält das Unternehmen. Wie die Aufteilung genau
      aussieht, gibt das Unternehmen nicht bekannt.
      Dennoch erklären
      diese Zahlen, warum Apple erst kürzlich die YouTube-App von der
      aktuellen Version des mobilen Betriebssystems iOS entfernt hat.
      Quelle: Quartalszahlen: Wie Google mit Werbung und auf YouTube absahnt - Digitale Welt - Technologie - Wirtschaftswoche
      Greetz ONgeld :)

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